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Es ist Montag Nachmittag als Friedrich Bramsteidl mit Alberto Carmena Garcia vom WirHelfen Magazin spricht. „Ich habe nur montags frei“, betont der erfahrene Schmied.

Was für eine aufopferungsvolle Arbeit – kann man denken. Und das zurecht! Dem 65-jährigen Österreicher fehlen die Aufträge nicht.

Friedrich verlaß in den 90er Jahren seine Heimat in Salzburg und entschloss, sich in Spanien niederzulassen. Der aus einer Schmiedfamilie stammende Nachkomme landete in Los Oscos. Mitten in dieser üppigen Region hatten seit dem 17. Jahrhundert die Schmiede ihr Know-How hinterlassen. Einen solchen Weg wollte Friedrich gehen und hat sich um die ehemalige Hauptwerkstatt gekümmert.

In der kleinen Gemeinde Santa Eulalias leben mittlerweile knapp 420 Einwohner, darunter Friedrich. „Einst war für uns die Schmiedearbeit entscheidend“, sagt Bürgermeister Fran López. „Die Schmiede schlägt noch heute im Herzen unserer Stadt. Heutzutage wird die Schmiede auch als touristische Ressource betrachtet“, so López weiter.

Werkstatt Schmied

Außenansicht der Werkstatt. / Bild von: Eloy Couceiro

„FRIEDRICH HAT DIE SCHMIEDE VOM AUSSTERBEN GERETTET“

In seiner Werkstatt – aus Felsen gebaut – schmiedet Friedrich mit Leidenschaft und Genauigkeit das Eisen, das später in verschiedene Formen umgewandelt wird. Lampen, Schilder, Pfannen, Geländer oder Nägel. Alles kann hier produziert werden. Wie ein Koch vor einem Herd, trägt Friedrich eine Schürze, indem er eine glühende Flamme befeuert, um Gegenstände zu formen.

„Dieser Job ist vielfältig, weil man das Eisen so berühren kann, damit man es in die gewünschte Form bringen kann. Das Ganze hat sich ein bisschen verändert. Nun benutzen Hammerschmiede Wasserräder, um Energie zu produzieren“, so zeigt Friedrich eine Bilanz seines Berufs.

„Auch wenn die Behörden bei der Aufbewahrung der lokalen Traditionen helfen, lässt es sich nicht leugnen, dass Friedrich die Schmiede vom Aussterben gerettet hat“, würdigt Herr López.

Und das durch Initiativen wie das zweijährige Welttreffen der Schmiede, wo sich Meister aus ganz Europa begegnen, um ihre Technik und ihr Wissen zu vermitteln. „Wenn man selbst an Schmiedetreffen in Nachbarländern teilnimmt, lernt man sich kennen und man kann sehen, wie der Beruf anderswo ausgeübt wird”, teilt Friedrich mit.

Geländer Schmied

Dieses Geländer wurde von Santa Eulalias Schmieden hergestellt. / Bild von: Eloy Couceiro

Das Engagement hat sich gelohnt. 2020 hat das spanische Ministerium für Industrie und Tourismus die Bemühungen von Friedrich, die Tradition aufzubewahren, anerkannt. „Diese Auszeichnung hilft sowohl mir als auch meine drei Mitarbeiter dabei, weiterzumachen. „Der Preis gab uns Auftrieb, um mit der Tradition fortzufahren”, sagt Friedrich.

Hier wird langsam geschmiedet. „Obwohl dieser Job moderner geworden ist, wollen wir die Traditionen aufbewahren.” Auch die Kundschaft ist sich dessen bewusst. Neu- und Stammkunden setzen auf Friedrichs Erfahrung und Schmiedqualität. „Die wollen nicht darauf verzichten“, stellt Friedrich fest.

NACHWUCHS NUR TEILWEISE GARANTIERT

Die Bramsteidl-Saga wird mit Friedrich nicht enden. Zumindest lässt sich sagen, dass Friedrichs ältester Sohn aktuell als Schmiedemeister fungiert und Schulter an Schulter mit seinem Vater arbeitet.

„Das Handwerk wird nicht aussterben. Auch wenn dieser Beruf nicht so populär ist, gefällt er einer Minderheit. Ich habe mehr Anfragen von jungen Leuten oder nicht immer ganz jungen Leuten”, beteuert Friedrich.

Doch nicht alles ist rosig. Friedrich zufolge sei es immer schwierig, von diesem Handwerk zu leben. „Solange es Leute gibt, die Gegenstände kaufen wollen, so erhält sich das Handwerk“. Was dafür spricht, dass das Ganze nur erreicht wird, wenn man sich mit Leib und Seele dafür hingibt.